CNE Monatsmagazin
September-Oktober 2007
Zusammenfassung
Parkettpflege: Dem einen sein Oktoberfest ist dem anderen sein Kapitalistenball. Ca. 400 Teilnehmer erwartet CNE auch in diesem Jahr in Brüssel, um im Concert Noble den Kapitalismus zu feiern, das Tanzbein zu schwingen und verdienstvolle Liberale auszuzeichnen. War es schon eine kleine Tradition, daß der CNE Capitalist Ball in den letzten Jahren im Februar stattfand, so fällt er dieses Jahr in den Herbst. Am 12. Oktober ist es endlich wieder soweit: Brüssel läßt den Kapitalismus hochleben - beim CNE Capitalist Ball.
Glaubenssache: Der Brief über Toleranz von John Locke ruft zur Toleranz des Staates gegenüber religiösen Gemeinschaften auf und zur Duldung der Religionen untereinander. Die Gretchenfrage hätte Locke wohl mit dem Hinweis beantwortet, Religion sei Gewissensache. Das Gewissen ist laut Locke die letzte Instanz des Menschen. Allein dieser Umstand kann laut Locke ausreichend rechtfertigen, dass der Staat in Gewissensfragen kein Mitspracherecht haben sollte, schreibt Hardy Bouillon.
Gefühlssache: Die Theorie der ethischen Gefühle von Adam Smith handelt von den moralischen Empfindungen des Menschen, deren Ursprung und Natur. Zentral sei bei Smith der Begriff der Sympathie, so Rezensent Bouillon. Durch die Fähigkeit zur Sympathie könne der Mensch die Gefühle des Mitmenschen verstehen bzw. nachempfinden. Damit werde Sympathie bei Smith zum empfindenden Erkenntnisinstrument und zur Voraussetzung moralischer Urteilsfähigkeit.
Fastfood in Essen: Im Interview mit Moma erläutert Hardy Bouillon, welche Defizite die Methodologie von Milton Friedman s.E. aufweist. "Friedman verwendet sehr viel Energie und sehr viele Beispiele darauf, nachzuweisen, daß auch Als-ob-Hypothesen (as-if-hypotheses) zu fruchtbaren Vorhersagen führen können. Als-ob-Hypothesen können den Forscher zwar auf die richtige Spur bringen und eine gewisse Veranschaulichungsleistung erbringen, aber kaum mehr. Mit einer Als-ob-Hypothese wird nichts erklärt und (da Erklärung und Prädiktion einer Theorie logisch äquivalent sind) nichts prädiziert, so Bouillon.
Großwetterlage: Der IPCC sollte wissenschaftlich neutral arbeiten und nicht die Diskurshoheit anstreben, meint Gunnar Sohn, Chefredakteur des Onlinemagazins NeueNachricht. Mehr noch: "Dem Weltklimarat IPCC sollte sein Monopol auf die offizielle Weisheit entzogen werden," zitiert er zustimmend Clive Crook, Chefkommentator der Financial Times in Washington, und meint, das wissenschaftliche Gremium mache Fehler und überschreite seine Kompetenzen, wenn es politische Handlungsempfehlungen ausgebe.
Kunststück: Die Elgar-Gesellschaft habe jüngst den Englischen Rat der Künste um läppische 174.000 Pfund gebeten, um damit für junge Menschen eine Konzertreihe rund um den Geburtstag von Elgar zu organisieren, so Stephen Pollard. Doch der Rat der Künste habe gemeint, der Antrag der Elgar Gesellschaft entspreche keinem der Kriterien, nach denen Förderungsanfrage beurteilt werden - eine Meisterleistung an Schlußfolgerung, die es dem Rat erlaubt habe, 12.000 Pfund einem Künstler in den East Midlands zuzuwenden, damit dieser eine leere Curryschachtel die Straße hinunter treten kann.
PD
Dr. Hardy Bouillon