CNE Monatsmagazin
Sommer 2007
Zusammenfassung
Summertime - Zeit zum Lesen: Aber welche Bücher sollte man lesen, wenn man sich für die Idee der Freiheit interessiert? Welchen Beitrag haben z.B. Aristoteles, Konfuzius, Mises, Ortega y Gasset, Röpke oder Schumpeter geleistet? Diese Fragen haben sich Gerhard Schwarz und Gerd Habermann gestellt. Jetzt liegt ihre Antwort auf dem Tisch. Gemeinsam mit Claudia Aebersold-Szalay haben sie einen Sammelband herausgebracht, der 111 Beiträge zur Freiheitsliteratur in kurzer und prägnanter Weise vorstellt. Sein Titel: "Die Idee der Freiheit"
Knight Reader: Freedom and Reform ist ein Sammelband (Reader) mit wirtschaftsphilosophischen Essays des fast vergessenen Mitbegründers der Chicago School, Frank Knight. Vor 25 Jahren von Liberty Fund neu aufgelegt, enthält er 15 Aufsätze, die Knights breiten Ansatz bei der Frage nach der individuellen Freiheit dokumentieren. Sie zeigen auch des Autors Abneigung gegen semantischen Unfug und eine Abtrennung der ökonomischen Freiheit von anderen Formen der individuellen Freiheit "Die Wahrheit ist vielmehr, dass die ökonomische Dimension der Handlung praktisch, ja sogar theoretisch, von anderen Dimensionen nicht zu trennen ist ...", so Knight.
Ferreros Küsschen: 17 feine intellektuelle Pralinés stecken in Guglielmo Ferreros Abhandlung zur Macht, sein letztes großes Werk, das im Todesjahr des Autors, 1942, erschien. Darin legt Ferrero sein Verständnis von Macht dar, insbesondere von legitimer Macht, und warnt vor illegitimer Macht: "Die "unsterblichen" Prinzipien, die Erklärung der Menschenrechte, werden zur Geissel, wenn die Macht sich ihrer als eines Vorwandes bedient, um Lasten und Bürden der Untertanen zu vermehren, und wenn die Untertanen das ausnützen ...", so Ferrero.
Austrian Economics, olé: An der Madrider Universidad Rey Juan Carlos können ambitionierte Studenten eine fundierte Kenntnis der Österreichischen Schule erwerben und dabei mit einem Masters oder einen PhD in Economics of the Austrian School abschließen. Insbesondere die Werke von Carl Menger, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Murray Rothbard und Israel Kirzner stehen im Zentrum des von Jesus Huerta de Soto ins Lebens gerufenen Studienganges, der sich u.a. der Rolle der unternehmerischen Initiative, der freien Märkte und des Privateigentums als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Darstellung der besonderen Methodenlehre der Österreichischen Schule widmet.
Komm ein bisschen mit nach Italien: zum Mises Seminar in Sestri Levante vom 5 bis 6. Oktober 2007. Initiator und Veranstalter ist das Istituto Bruno Leoni. Carlo Lottieri, der das Seminar zusammen mit Alberto Mingardo organisiert, sagt dazu: "Die Mises-Seminare sollen vor allem jungen Wissenschaftlern, die unterschiedliche Länder und Disziplinen repräsentieren, die Möglichkeit bieten, die Ergebnisse ihrer jüngsten Forschungen einer breiten, an libertären wie liberalen Ideen interessierten Öffentlichkeit vorzustellen."
Browns Dilemma: Der englische Premier stehe vor einem unauflösbaren Dilemma, meint Stephen Pollard. "Ob nun ein Vertrag, eine Verfassung oder eine Serie von Zusätzen zu bestehenden Verträgen herausschaut, irgendetwas schaut beim europäischen Gipfel im Juni heraus. Und die Reaktion Browns auf dieses Dokument wird seine politische Zukunft bestimmen." Er kann es zur Volksabstimmung stellen (und einer Niederlage entgegensehen) oder im Alleingang zustimmen (und damit seinen innenpolitischen Untergang einläuten). "Aber was immer er tun mag, er kann nur eine falsche Entscheidung treffen", so Pollard.
PD
Dr. Hardy Bouillon