CNE Monatsmagazin
Februar-März 2007

Zusammenfassung

Unter dem Etikett "Globale Wettbewerbsfähigkeit" wird CNE künftig stärker auf die Bedeutung des weltweiten Wettbewerbs und die Fähigkeit, sich diesem zu stellen und die Chancen der Globalisierung angemessen einzuschätzen, aufmerksam machen. Ein erster Schritt dazu ist die Besinnung auf die Bedeutung sowie die Voraussetzungen und Auswirkungen des Wettbewerbs. Diese Sonderausgabe thematisiert einige dieser Aspekte.

Alles Wettbewerb oder was? "Der Wettbewerb ist eine feste Größe im Leben, nicht nur im Wirtschaftsleben. Er ist ein universales Lebensprinzip, oft geschätzt, aber auch viel geschmäht", schreibt Hardy Bouillon. In seinem Essay fragt er u.a., ob es zulässige Einwände gegen den Wettbewerb gebe, ob sie haltbar seien und was folge, wenn man ihnen folge? Außerdem versucht er einige Facetten des Wettbewerbs aufzuzeigen und die Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten, die der Wettbewerb, wo immer er auftritt, an den Tag legt.

Wettbewerb der Ideen I: Hayek Essay Wettbewerb 2007 ... Die Friedrich August von Hayek-Gesellschaft veranstaltet in Verbindung mit der Hayek-Stiftung auch im Jahre 2007 einen Essay-Wettbewerb, dieses Mal zum Thema: Gibt es liberale Argumente für eine Einschränkung der freien Migration? Teilnahmeberechtigt sind Studenten und Studentinnen im Diplom- oder Magisterstudium und in vergleichbaren Studiengängen sowie Doktoranden aller Fakultäten.

Wettbewerb der Ideen II: Olive W. Garvey Fellowship ... Das amerikanische Independent Institute lobt zwei Olive Garvey Fellowships mit je drei Geldpreisen aus. Teilnehmer reichen ihren Aufsatz in englischer Sprache ein. In diesem Jahr lautet die Preisfrage: "Ist Entwicklungshilfe die Lösung für die weltweite Armut?" Preisgelder bis $10.000.

Wettbewerbs(ver)schiebung: Münteferings Erklärung, der Mindestlohn vernichte keine Arbeitsplätze, weil der Kunde im Dienstleistungsbereich nicht ausweichen könne, ist laut Sascha Tamm doppelter Unsinn: "Erstens wird unterstellt, dass die Nachfrage nach Dienstleistungen nicht preiselastisch sei. ... Zweitens wird das Geld, das für den Friseur oder den Fensterputzer mehr ausgegeben wird, an anderer Stelle eingespart - hier wird Nachfrage verringert. Unter dem Mindestlohn leiden also viele andere Unternehmen, die weniger verkaufen können", so Tamm.

Schöne neue Welt?: Der RECAh-Kompromiss vom 18. Dezember 2006 sei kein historischer Tag, wie der finnische Handelsministers Mauri Pekkarinen gesagt habe, so Edgar Gärtner. Die Wirtschaftsverbände hätten sich nur deshalb darauf eingelassen, weil sie sich von REACh eine Stärkung des Verbrauchervertrauens in die Industrie versprachen. Doch der Kompromiss stecke voller Widersprüche und Ungerechtigkeiten, und seine Folgen seien noch nicht absehbar. "Gerade in der Textilindustrie besteht die Gefahr, dass sich Chemikalienanwender über den Schwarzmarkt aus der Verlegenheit helfen", warnt Gärtner.

Das letzte Wort: "Auch wenn die Fairtrade-Produkte ein bisschen mehr kosten als die sonstigen handelsüblichen Produkte, so haben doch die von uns, die ihr Geld auf diese Weise ausgeben wollen, die Möglichkeit dazu. Die unterschwellige Botschaft der Fairtrade-Wochen, daß es Handel braucht, wenn Armut Geschichte werden soll, trifft den Nagel auf den Kopf. Aber wenn wir dieses Ziel ernst nehmen, dann sind das, was wir brauchen, eigentlich Freihandels-Wochen", meint Stephen Pollard, denn: "Der fairste Handel von allen ist immer noch der freie Handel."

 


PD Dr. Hardy Bouillon
Head of Academic Affairs
Centre for the New Europe