CNE Monatsmagazin
März 2006
Zusammenfassung
Der Ball in Brüssel: CNE-Präsident Mattias Bengtsson konnte ca. 400 Gäste begrüßen, darunter den amerikanischen Botschafter der EU, und als Festredner seinen Landsmann Johan Norberg. Norbergs flammende Rede auf die segensreichen Wirkungen des weltweiten Kapitalismus quittierte das Auditorium mit stehendem Applaus. Der Adam Smith Award für das Lebenswerk ging an Chris Tame, und die Adam Smith-Publikationspreise wie letztes Jahr an Jacob Arfwedson (für Parallel Trade in Pharmaceuticals) und Wilfried Prewo (für From Welfare State to Social State).
Versorgungs(un)sicherheit: Edgar Gärtner, CNE-Environment Director, hat den deutschen Energiemarkt unter die Lupe genommen. Er rät den Überwachungs- und Regulierungsbehörden, ihr Auge vordringlich auf künstliche Marktschranken (etwa durch übermäßig lange Vertragslaufzeiten) zu richten und die Gewinnsituation von Unternehmen allenfalls als Indikator für mögliche Marktabschottungen gelten zu lassen. Hauptvoraussetzung einer nachhaltig sicheren Energieversorgung sei einzig der offene Wettbewerb unterschiedlicher Anbieter. Richter: in eigener Sache: Am 10. März 2006 jährt sich sein Todestag zum 100. Mal: Eugen Richter, laut Ralph Raico, der Mann, "der über drei Jahrzehnte lang in Deutschland der politische Vertreter der alle Kulturvölker umfassenden liberalen Bewegung war", gilt vielen als Lichtgestalt der Freihändlerbewegung, als großer Gegenspieler Otto von Bismarcks, als Führer der Fortschrittlichen und Freisinnigen und deren Parteien und als begnadeter Publizist. Die Friedrich-Naumann-Stiftung hat ihm vom 10.-12. März 2006 in der THA-Gummersbach ein Forum gewidmet.
Bürokratie mit Verfallsdatum: Um mehr Licht im Dickicht geht es Gunnar Sohn in seiner Glosse. Deutschland ersticke in Bürokratie, meint er in Anlehnung an den Markus Mingers vom Gewerbeverein Bonner Südstadt. "Das Regelungsdickicht wächst von Jahr zu Jahr und ist ein großes Hindernis für den unternehmerischen Mittelstand. Alarmierend sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn. Die gesamten Bürokratiekosten der Unternehmen in Deutschland belaufen sich jährlich auf rund 46 Milliarden Euro", so Sohn.
Soziale Gerechtigkeit: ein Begriff, der weder eindeutig ist, noch präzise, meint Hardy Bouillon. Soziales Kalkül, phylogenetisches Erbe und eine falsch verstandene Suche nach der richtigen Mitte erkläre den Hang, sich an die Fiktion sozialer Gerechtigkeit zu klammern. "Es gibt im Grunde zwei Typen von Theorien sozialer Gerechtigkeit. Der eine will sich mit fiktiven Kriterien als Ergänzung zur herkömmlichen Gerechtigkeit etablieren, der andere mithilfe einer inkohärenten Pooltheorie die traditionelle Gerechtigkeit begrenzen", so Bouillon.
Der Schein trügt: Philipp Bagus hat die Neuauflage von Rothbards Das Schein-Geld-System rezensiert. "In der aktuellen geldpolitischen Diskussion bleiben die grundlegenden Fragen außen vor", so Bagus. Eine glänzende Ergänzung biete da das nun in zweiter Auflage vorliegende Buch von Murray Rothbard. Ein besonderes Bonbon an der deutschen Ausgabe sei die Weiterführung der Geschichte des internationalen Währungssystems durch ein Nachwort von Jörg Guido Hülsmann, welches bereits für die erste Auflage verfasst worden sei, so Bagus.
PD
Dr. Hardy Bouillon