CNE Monatsmagazin
Februar 2006

Zusammenfassung

Vom Mündel zum mündigen Bürger: In seinem neuen CNE-Buch stellt Wilfried Prewo, Hauptgeschäftsführer der IHK-Hannover und Vorstandsmitglied des CNE, die Eckpfeiler eines neuen europäischen Sozialmodells vor. Die allgemeinen Kriterien seines Kundenmodells können auf die Kranken-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung angewandt werden. Als Leseprobe wurde Prewos Reformvorschlag zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall herausgegriffen; zum einen, weil internationale Vergleiche der Dauer und Kosten der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall belegen, wie entscheidend institutionelle Arrangements sind und wie angemessen deshalb eine Reform der Lohnfortzahlung ist; und zum andern, weil die vorgeschlagene Reform der Lohnfortzahlung ideal ist, um die grundlegenden Mechanismen und Stärken des Prinzips "Befähigung zur Eigenverantwortung mit finanziellen Anreizen" aufzuzeigen.

Ordnungspolitische Orientierung: Daß die Reformen der letzten Jahre in vielen Menschen den Wunsch geweckt haben, in der Politik möge man sich wieder an die Ordnungspolitik erinnern, ist nicht sehr verwunderlich: Keine Reform läßt eine ordnungspolitische Vision erkennen. Diese Entwicklung dürfte einer der Gründe sein, warum Ralph Michael Wrobel und Bernhard Seliger ein Ordnungspolitisches Portal eröffnet haben. Das Portal ist mehr als ein ordnungspolitisches Leitwort zur Tagespolitik. Man findet dort u.a. Historisches zur Ordnungspolitik und deren Väter: Portraits von Franz Böhm und Walter Eucken über Ludwig Erhard und F.A. von Hayek bis hin zu Wilhelm Röpke und Alexander Rüstow.

Wissen und Handeln bei Hayek: So hieß die Festvorlesung, die Hardy Bouillon vor ca. 100 Gästen des Hayek Instituts in Salzburg hielt. Seinem Vortrag ging eine Grundsatzrede der EU-Kommissarin Dr. Benita Ferrero-Waldner voraus. Wie Bouillon betonte, ist laut Hayek die Natur des Wissens so facettenreich und unsere Wahrnehmung so komplex, dass keine konkreten Handlungsvorhersagen möglich sind. Vor dem Hintergrund dieser Grundthese brach Bouillon ein Lanze für die Tiefe des Arguments, mit dem Hayek die souveräne Verfügung über das eigene Wissen verteidigte. Dabei kam er insbesondere auf Hayeks Schlüsselwerk, The Sensory Order, zu sprechen; ein Buch, das zu Hayeks Verdruß von der Fachwelt vernachlässigt wurde.

Politikerverdrossenheit: Kritik am Zustand unserer Demokratie sei gefährlich, meint der Publizist Ansgar Lange. Diese Erfahrung habe vor 45 Jahren auch der konservative Publizist Winfried Martini schon vor seinem Werk "Freiheit auf Abruf" (1960) gemacht. Man habe ihm abgesprochen, ein Demokrat zu sein. Womit hatte sich der blendende Stilist, der zum Aussprechen unangenehmer Wahrheiten neigte, diesen Vorwurf eingehandelt, fragt Lange und rezensiert dabei zugleich das neue Buch von Wolfgang Herles "Dann wählt mal schön".

 


PD Dr. Hardy Bouillon
Head of Academic Affairs
Centre for the New Europe