CNE Monatsmagazin
Dezember 2005 / Januar 2006

Zusammenfassung

REACH sei für Europa selbstmörderisch, meint Angela Logomasini, vom Washingtoner Competitive Enterprise Institute. In ihrer neuen Studie führt sie aus, daß der REACH-Entwurf vom Oktober 2003 zu einem Verlust von 3 Prozent der Bruttowertschöpfung und einem Verlust von mehr als 1 Mio. Arbeitsplätzen in Deutschland führe. Das Brüsseler Institut Hayek hat ihre 75-seitige Studie in deutscher und französischer Sprache herausgegeben. http://www.fahayek.org/index.php?option=com_content&task=view&id=387&Itemid=40

"Africa Fighting Malaria" will mit einer neuen Initiative, der sich auch Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Tutu angeschlossen hat, die USA zum Umdenken bei ihrer DDT-feindlichen USAID bewegen. Einst zur Erlangung von Entwicklungshilfe von vielen Entwicklungsländern verboten, könnte DDT die tödliche Schlafkrankheit eindämmen und jedes Jahr 1 Million Leben retten. Schon geringfügiges Einlenken könne große Wirkung zeigen. Laut Richard Tren und Roger Bate, reduzierte allein das Einsprühen von Wohnungen mit DDT die Todesrate in Sambia und Südafrika um mehr als 75%.

Mancher Politiker meine, nur Schuldverhältnisse gegen außen seien noch relevant, so Professor Charles Beat Blankart. Schon vor 60 Jahren habe Abba P. Lerner die irrige These, dass Staatsschulden keine wirkliche Last darstellten, verbreitet: Staatsschulden müssten zwar verzinst werden, doch dies sei nur ein Durchlaufposten. "We owe it to our-selves", habe Lerner gesagt. "Wir sollten uns also nicht so sehr um diese Staatsschulden kümmern," so Blankart in seiner Kritik an Lerners Adepten.

Die CDU habe sich in den Koalitionsgesprächen mit der SPD darauf geeinigt, der Arbeitslosigkeit älterer Arbeitnehmer durch staatliche Lohnsubventionen zu begegnen. Die Zahlung von Lohnsubventionen aus öffentlichen Kassen schaffe allerdings mehr, und nicht etwa weniger Arbeitslosigkeit, meint Christoph Sprich. So würden Anreize für Unternehmen gesetzt, jüngere Arbeitnehmer zu entlassen oder gar nicht erst einzustellen, um dafür die staatlich subventionierte Arbeitskraft älterer Arbeitsloser in Anspruch nehmen zu können. Der Weg hin zu mehr Beschäftigung und Wohlstand führe vielmehr über eine reformorientierte Ordnungspolitik.

Korporatismus bedeutet für Professor Gerd Habermann, "dass organisierte private Interessen, an der Spitze das Tarifkartell mit dem faktischen absoluten Ausnahmerecht privater Zwangsanwendung (Streik und Aussperrung) hoheitliche Macht zu ihrem Vorteil an sich gezogen oder ausgenutzt, den Staat insoweit "privatisiert", also ihrem Interesse untergeordnet haben." Berufe und ganze Branchen seien "privilegiert", was einem allgemein-menschlichen Monopolstreben entspreche. Die Verzunftung einer Nation führe über Stagnation (Wachstumsdefizit) zu deren Niedergang.

"NeueNachricht. Das Magazin" heißt der Nachfolger von Criticón. Gunnar Sohn (der langjährige Herausgeber von Criticon und Chef der Neue(n)Nachricht) wie auch sein Mitstreiter Ansgar Lange sind zuversichtlich, mit dem neuen Format die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Für die Herbstausgabe hat man sich die "Managerirrtümer" vorgenommen und spielt damit auf das derzeit beliebte Thema, den vermeintlichen Sittenverfall unter Topmanagern anzuprangern, an.

Arthur Seldon war ein großer Streiter in der Sache, aber ein zurückhaltender, wenngleich nicht schüchterner, und ein höchst liebenswürdiger Mensch -- ein Mann, der bis zum sprichwörtlich letzten Atemzug für die liberale Sache einstand, mit unzähligen Schriften und schnörkellosen Monographien, meint Hardy Bouillon in seinem Nachruf auf den langjährigen IEA-Präsidenten. Eine der vielen Ehrungen, die er in seinem Leben erfahren habe, habe ihn besonders gefreut: die Ernennung zum ersten Fellow of the Mont Pèlerin Society.

 


PD Dr. Hardy Bouillon
Head of Academic Affairs
Centre for the New Europe