CNE Monatsmagazin
April 2005

Zusammenfassung

Internationaler und nationaler Sozialismus: An der jüngst in Europa entbrannten Debatte über das Verbot kommunistischer und nationalsozialistischer Symbole sollte uns gelegen sein, so der Emeritus der Texas A&M University Steve Pejovich. Es komme darauf an, beide Bewegungen als praktizierte Auswüchse sozialistischer Doktrinen zu verstehen. "Die Grundannahme sozialistischen Gedankenguts geht davon aus, daß die sozialistischen Errungenschaften in der Lage seien, eine "gerechte" Gesellschaft hervorzubringen. Diese Annahme hat den politischen Machern sowohl das philosophische Fundament wie auch die politische Rechtfertigung dafür geliefert, die Herrschaft des Rechts gegen die Willkürherrschaft und die geheuchelte Sorge um das "Volk" einzutauschen", so Pejovich.

Nationaler Sozialismus: Laut Michael Kastner deckt Götz Aly, Gastprofessor am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main, in seinem neuen Buch "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" jene verführerische Seite des National-Sozialismus auf, die bisher kaum Beachtung fand: den Sozialstaat mit seiner egalitären Umverteilungsmaschinerie und der Wirtschafts- und Finanzpolitik als Machtmittel der National-Sozialisten." "Die Deutschen wurden vom sozialistischen Umverteilungsstaat der Nazis gekauft und sie ließen sich kaufen", laute die These des Buches.

Gegen Geschichtsklitterung: Seit zwei Jahren schreibt Gerard Radnitzky an seinen Memoiren, die demnächst im Herbig Verlag erscheinen werden. "Gegen Geschichtsklitterungen. Erinnerungen und Reflexionen eines politisch Unkorrekten" wird seine Autobiographie heißen. "Meine Memoiren werden in ihrer Gesamtheit und im Detail politisch unkorrekt sein. Wer zu den Quellen will, muß gegen den Strom schwimmen, nur so kann er sich von der verordneten geschichtlichen Amnesie befreien, nur so für die Verdrängung und Verfälschung der geschichtlichen Wahrheit ein Gespür bekommen", so Radnitzky in seiner auszugsweise zitierten Einleitung.

Criticón: Gunnar Sohn und Ansgar Lange vom libertären Mittelstandsmagazin Criticón berichten im Gespräch mit CNE Monatsmagazin über ihre Arbeit. Man dürfe die Vertreter des liberalen Gedankenguts nicht langweilen, so die Publizisten. "Larmoyante Verfolgungsprosa oder theoretisierendes Professorengestammel sind mir ein Greuel. ... Deshalb sollten diejenigen, die sich dem liberalen Gedanken in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verpflichtet fühlen, nicht in Schönheit sterben und ihre Theoriegebäude pflegen. Witz, Satire, Aktualität, Provokation, Exklusivität: Es gibt so viele Möglichkeiten und Mittel, die zur "Ausweitung liberalen Gedankengutes" geeignet sind. Zudem sollten liberale Publizisten härter recherchieren und sich stärker dem investigativen Journalismus zuwenden", meint Sohn.

Pfennigfuchser: "Wir alle sind manchmal Pfennigfuchser und übersehen dabei, daß wir durch unser Verhalten mehr verlieren als gewinnen. Regierungsvertretern geht es da nicht anders. Doch wenn es um die Gesundheit geht, kann Knauserigkeit sehr teuer werden", so Doug Bandow vom Washingtoner Cato Institute. Diese Lektion müsse die deutsche Bundesregierung erst noch lernen. Um ihre Ausgaben für Arzneimittel im Griff zu behalten, setzten die meisten Industrieländer auf eine Mixtur aus Preis- und Mengenkontrolle und darauf, daß die amerikanischen Pharmaproduzenten ihre Produkte auch weiterhin anbieten, quasi preisunabhängig. "Deutschland, aber auch die anderen OECD-Länder sollten mit ihrem Trittbrettfahrerverhalten auf Kosten der amerikanischen Arzneimittelforschung aufhören und damit beginnen, vernünftige Preise für anständige Produkte zu bezahlen", so Bandow.

 


PD Dr. Hardy Bouillon
Head of Academic Affairs
Centre for the New Europe