CNE Monatsmagazin
Februar 2005
Zusammenfassung
Ein seltsames Paar: Hardy Bouillon erinnert aus gegebenem Anlaß an die zentralen Figuren des amerikanischen Libertarianismus im 20. Jahrhundert: Ayn Rand und Murray Rothbard. Sie wurde vor 100 Jahren, am 2. Februar 1905, geboren, und sein Todestag jährte sich am 7. Januar 2005 zum 10. Mal. Sie, die objektivistische Philosophin, schrieb überaus erfolgreiche Romane und gilt als größte Kämpferin für Freiheit und Kapitalismus in den USA. Er, großer Mises-Schüler und Gründer des Anarchokapitalismus, trug entscheidend zur Weiterentwicklung der Austrian Economics innerhalb und außerhalb der USA bei.
Stirb langsam: Das scheint jedenfalls Schröders neue Devise für den Europäischen Wachstums- und Stabilitätspakt zu sein. Dr. Michael Eilfort von der Stiftung Marktwirtschaft in Berlin warnt vor dieser Entwicklung. Die Stiftung Marktwirtschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, "zukunftsweisende marktwirtschaftliche Konzepte zu entwickeln, diese bekannt zu machen und Politik und Öffentlichkeit für sie zu gewinnen." Seit Mai 2004 wird sie von Dr. Michael Eilfort geleitet.
Der Rosenkrieg: Die EU und die USA legen sich ständig gegenseitig Steine in den Weg. Leidtragende dieses Wirtschafts-Rosenkrieges sind letztlich die Bürger. Am 14. Dezember 2004 luden der Business Council for International Understanding und das Centre for the New Europe zu einer Konferenz nach Brüssel ein, um über die strategischen Prioritäten der EU nachzudenken, damit sich deren Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die Abwanderung des Humankapitals (Brain Drain) vermieden werden kann.
Der Clou: Paul Newman und Robert Redford haben im "Clou" gezeigt, wohin das Wiegen in trügerischer Sicherheit führen kann: zum plötzlichen Verlust allen Reichtums. Wenn es um Geld geht, dann leben wir alle in einer Scheinwelt. So wortwörtlich jedenfalls könnte man Roland Baaders Botschaft in seinem neuen Buch "Geld, Gold und Gottspieler" verstehen: Die Papierscheine, die der Staat als monopolistischer Emittent in Umlauf bringt, simulieren einen Wohlstand, der der Wirklichkeit nicht entspricht. Sie setzen falsche Signale und verleiten zu Fehlinvestitionen. Am Ende dieser Entwicklung steht der Kollaps.
Friday Night Fever: Es ist wieder so weit. Am 18. Februar 2005 lädt das Centre for the New Europe die Freunde des freien Marktes zum alljährlichen Capitalist Ball. Um der Jahr für Jahr gestiegenen Nachfrage entsprechen zu können, wird diesmal nicht auf dem (leider zu kleinen) Parkett der Brüsseler Börse getanzt, sondern im Concert Noble. Wie auch auf den vorangegangenen Bällen werden im Rahmen des Abendprogramms renommierten Fürsprechern der freien Marktwirtschaft Auszeichnungen verliehen. Wem, wird noch nicht verraten.
Denn sie wissen nicht, was sie tun: Vor nunmehr 300 Jahren veröffentlichte der holländische Arzt und Schriftsteller Bernard Mandeville seine Bienenfabel. Bis auf den heutigen Tag echauffieren sich an seinen Reimen die Sittenwächter aller Nationen, die nicht gelten lassen wollen, daß viel Gutes aus gänzlich anderen Motiven entsteht als aus Nächstenliebe. So gilt für die Drohnen in der Bienenfabel das Gleiche wie für die Jugendlichen um James Dean: Denn sie wissen nicht, was sie tun.
PD
Dr. Hardy Bouillon