CNE Monatsmagazin
Oktober 2004
Zusammenfassung
Wenn jemand das Elend in der 3. Welt zementiert, dann der Öko-Imperialismus, meint Paul Driessen in seinem von Hardy Bouillon rezensierten Buch "Eco-Imperialism". Seine Hauptthese lautet: Der "Öko-Imperialismus" ist Ausdruck eines weltweiten Herrschaftsanspruchs im Namen der Natur. Er basiert mitunter auf unzulänglichen und falschen Theorien, die das Elend in den Entwicklungsländern zementieren, indem sie den dort lebenden Menschen die Beendigung von Hungersnöten, Epidemien und ärmlichen Lebensverhältnissen verwehren.
"Nobelpreis schützt vor Torheit nicht. Jedenfalls nicht in den Wirtschaftswissenschaften", meint Gerard Radnitzky in seinem Essay über die großen Fehleinschätzungen der Laureaten. Den Vogel habe Paul Samuelson abgeschossen, als er für die Auflage seines Bestseller Lehrbuchs "Economics", die 1989 erschien (also im annus mirabilis der implodierenden Sowjetökonomie) geschrieben habe: "Die Sowjet-Ökonomie beweist, daß entgegen dem, was viele Skeptiker früher geglaubt hatten, eine sozialistische Kommandowirtschaft funktionieren und sogar blühen kann." (S. 837)
"So unglaublich es klingen mag, so ist es doch traurige Wahrheit: Die meisten Ökonomen wissen nicht, was Geld ist", schreibt Roland Baader. "Sie kennen zwar seine Funktionen, aber nicht sein Wesen" Und die, die es kennten, wüßten auch, daß die Zentralbankensysteme der Welt - allen voran das amerikanische Federal Reserve System (Fed) - nur als Heizer für die Dampfkessel fungieren, in denen die Ersparnisse der Bürger dieser Erde verbrannt und in die heiße Luft des staatsmonopolistischen easy money verwandelt werden.
"Wenn man sich über die Lösung von Deutschlands größtem Problem - seine hohe Arbeitslosigkeit - Gedanken macht, sollte man unbedingt im Auge behalten, dass es sich dabei nicht um einen (einmal erreichten) Zustand handelt, sondern um eine Entwicklung, die zu einem stetigen Anwachsen der Arbeitslosenzahl führt", meint Georg Wilhelm Wahnschaffe in seiner Besprechung des Buches Arbeit ist machbar von Schöb und Weimann. So sei denn auch das, was die Autoren als "Medizin" empfehlen - nämlich Subvention der Lohnkosten -, keine Beseitigung der Ursachen des Problems, sondern lediglich ein Fiebersenken mit Wadenwickeln.
"Nach der aktuellen Studie Doing Business 2005, die von der Weltbank in New York vorgestellt wird, sind die Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland schlechter als in fast allen anderen Industrieländern", schreibt Gunnar Sohn. "Die Weltbank hat in 145 Ländern die Rahmenbedingungen für Unternehmen untersucht und dabei festgestellt, dass Deutschland nur im Vergleich mit Entwicklungs- und Schwellenländern gut dasteht." In fast allen Punkten seien "die Rahmenbedingungen für Unternehmen in Deutschland im Vergleich mit den anderen reichen Ländern bestenfalls unteres Mittelmaß, teilweise noch nicht mal das", zitiert er Weltbank-Vizepräsident Michael Klein.
Die Monti-Entscheidung gegen Microsoft war ein abgekartetes Spiel, meinen Alberto Mingardi und Paolo Zanetto in ihrer IBL-Studie. Die Autoren glauben, Montis Entscheidung werde vor dem Europäischen Gerichtshof landen und stütze sich auf Theorien, welche die wahre Natur des Wettbewerbs ignorieren. Außerdem falle Montis Entscheidung eher zugunsten der Wettbewerber denn zugunsten der Kunden aus und treibe einen Keil zwischen die amerikanischen und europäischen Kartellbehörden.
PD
Dr. Hardy Bouillon